Tasso Newsletter vom 30.06.2016


Wenn es rumpelt und blitzt - Wie Tierhalter ihren Lieblingen durchs Gewitter helfen

Grelle Blitze, krachender Donner: In den vergangenen Wochen hat uns das Wetter einiges zugemutet und vermutlich wird es noch eine Weile so weitergehen. Blitz und Donner sind schon fast an der Tagesordnung. Das wird besonders für unsere Haustiere zum Problem, wenn sie Angst vor Gewitter haben. Diese Angst können wir ihnen zwar nicht vollständig nehmen, aber mit einigen Maßnahmen und unserer Gelassenheit können wir unseren tierischen Lieblingen dennoch helfen.

Bleiben Sie drinnen

Hundehalter sollten bei Gewitter nicht mit ihren Vierbeinern Gassi gehen. Da die Unwetter allerdings oft sehr plötzlich aufziehen, kann es natürlich passieren, dass Sie beim Spaziergang überrascht werden. Gehen Sie dann möglichst unaufgeregt und direkt nach Hause. Fängt es an zu donnern und zu blitzen, nehmen Sie Ihren Hund an die Leine. Denn wenn es plötzlich laut knallt, ist die Gefahr groß, dass er sich erschreckt und wegläuft. Auch Ihre Katze sollten Sie wenn möglich bei Gewitter in die Wohnung holen.
Wichtig ist in jedem Fall, dass die Tiere mit einem Transponder gekennzeichnet und bei TASSO registriert sind. So ist die Chance am größten, dass Ihre Lieblinge wieder nach Hause gebracht werden, wenn sie vor Angst auf Abwege geraten.

Sperren Sie das Gewitter aus

Auch zu Hause können Sie etwas tun, um den Stress für ängstliche Tiere zu verringern. Schließen Sie Fenster und Türen, ziehen Sie die Vorhänge zu, beziehungsweise lassen Sie die Rollos herunter. Je mehr von dem Gewitter draußen bleibt, desto besser.
Lassen Sie Ihrem Tier Freiraum. Ängstliche Katzen werden sich ein Versteck suchen, auf Schränke klettern oder unter dem Sofa verschwinden. Lassen Sie die Samtpfote dort in Ruhe. Auch Hunde suchen möglicherweise einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen. Lassen Sie sie gewähren. Versteckt sich Ihr Hund zwar nicht, wirkt aber dennoch beunruhigt, versuchen Sie, ihn ein bisschen abzulenken. Ein Gewitter lässt sich gut mit einer ausgiebigen Spieleinheit verbringen - allerdings nur dann, wenn der Hund darauf Lust hat. Zwingen sollten Sie ihn natürlich auf keinen Fall.
Grundsätzlich ist es wichtig, dass Halter die Angst ihrer Tiere nicht verstärken. Beruhigendes Streicheln und tröstende Worte bestätigten für die Tiere nur den Eindruck, dass etwas nicht stimmt und ihre Sorge berechtigt ist. Dennoch sollten Sie Ihr Tier auch nicht links liegen lassen und es völlig ignorieren. Wenn Sie plötzlich Ihr Verhalten ändern, wird das Tier nur verunsichert. Versuchen Sie, das richtige Maß zwischen Unterstützung und Gelassenheit zu finden. Am besten gelingt das, wenn Sie selbst völlig ruhig und unaufgeregt sind. Sind Sie ängstlich und unsicher, wird Ihr Tier das sofort merken.
Bleiben Sie entspannt, lassen Sie das Gewitter draußen toben und machen Sie sich eine schöne Zeit mit Ihren vierbeinigen Freunden.

© Copyright TASSO e.V.



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Tasso Newsletter vom 07.07.2016


Das Risiko reist mit ....

.... TASSO rät weiterhin vom Urlaub mit Hund in Dänemark ab.

Schon die Verwicklung in einen einzigen Beißvorfall in Dänemark kann unter Umständen Hundeleben kosten: Trotz einer Überarbeitung des strengen Hundegesetzes von 2010 rät TASSO e.V. Hundehaltern daher noch immer von einem Urlaub in Dänemark ab.

Zwar ist es seit 2014 nicht mehr gestattet, dass Grundstückseigentümer unter bestimmten Voraussetzungen freilaufende Hunde auf ihrem Gelände erschießen, dennoch zeichnet sich Dänemark noch immer durch strenge Regelungen aus. Besonders betroffen sind 13 als gefährlich eingestufte Hunderassen (eine Liste finden Sie am Ende dieses Newsletters). Tiere dieser Rassen dürfen in Dänemark weder gezüchtet noch gehalten noch eingeführt werden. Bringen Touristen diese Hunde mit, müssen sie damit rechnen, dass ihre Vierbeiner im schlimmsten Fall getötet werden. So kann es auch Tieren ergehen, die einer der im Gesetz genannten Rasse lediglich ähneln. Im Zweifel müssen Tierhalter beweisen, dass ihr Hund keiner dieser Rassen angehört. Besonders schwierig wird das bei Mischlingen.

Für Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO, sind Rasselisten grundsätzlich eine haltlose Maßnahme: "Hunde pauschal aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit als gefährlich einzustufen, ist willkürlich und wissenschaftlich unhaltbar. Rasselisten, ganz gleich ob in Dänemark oder Deutschland, gaukeln lediglich eine Scheinsicherheit vor, leisten aber keinen effektiven Beitrag zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden."

Ein Beißvorfall kann mit der Tötung enden

Weiterhin dürfen auch Hunde, die auf dänischem Boden in einen Beißvorfall verwickelt werden, sichergestellt und getötet werden. Diese Regelung betrifft alle Hunde, nicht nur die sogenannten gefährlichen Rassen. Seit dem 1. Juli 2014 entscheiden nicht mehr Polizeibeamte, sondern sogenannte "dog experts" (Hundesachverständige) darüber, ob das betreffende Tier getötet wird. Dennoch ist auch nach mehr als zwei Jahren noch nicht festgelegt, welche Ausbildung diese Experten haben müssen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, gegen die Tötung des Tieres zu klagen, eine rechtzeitig eingereichte Klage hätte dann eine aufschiebende Wirkung auf die Tötung.

Offiziellen Angaben des dänischen Landwirtschaftsministeriums zufolge wurden bisher über 600 Hunde auf Basis des Hundegesetzes getötet, die dänische Organisation fairdog schätzt diese Zahl jedoch weitaus höher ein.

Fernbleiben erhöht den Druck auf die Regierung

Hundehalter, die ihren Urlaub in Dänemark verbringen möchten, sollten sich zum Schutz ihrer Tiere vorab umfangreich informieren. Besonders zu beachten ist die Pflicht, Hunde an den Stränden zwischen dem 1. April und dem 30. September an der Leine zu führen. Weiterhin ist das Mitbringen der Vierbeiner in Restaurants in Dänemark nicht erlaubt.

Grundsätzlich rät TASSO allerdings von einem solchen Urlaub ab, solange die Regelungen in Dänemark nicht grundlegend verändert werden. Auch wenn die meisten Urlaube problemlos ablaufen werden: In einem unglücklichen Fall kann es schnell zu Schwierigkeiten kommen, die mit der Tötung des geliebten Haustieres enden könnten. Daher sollten Sie dieses Risiko gar nicht erst eingehen. Weiterhin zeigen Hundehalter - auch wenn sie kleine, sogar in den Augen der dänischen Gesetzgeber völlig unproblematische Hunde haben - mit ihrem Fernbleiben Solidarität mit dänischen Hundehaltern und erhöhen den Druck auf die Regierung, die strengen Regeln zu überarbeiten. Schließlich ist der Tourismus in Dänemark ein wichtiger Wirtschaftszweig.

Diese Hunde und Mischlinge dieser Rassen gelten in Dänemark als gefährlich. Sie dürfen nicht gehalten, nicht gezüchtet und nicht eingeführt werden:
American Bulldogs, American Staffordshire Terrier, Boerboels, Dogo Argentinos, Fila Brasileiros, Kangals, Kaukasische Owtcharkas, Pitbull Terrier, Sarplaninacs, Südrussische Owtcharkas, Tornjaks, Tosa Inus und Zentralasiatische Owtcharkas

Weitere Informationen zur dänischen Hundegesetzgebung finden Sie auf der Homepage des dänischen Außenministeriums.

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Tasso Newsletter vom 14.07.2016


Rolltreppen sind für Hunde tabu

Viele von Ihnen kennen das: Die Bahnfahrt war lang, der Bahnhof ist voll, es ist heiß, wir sind spät dran und wollen nur noch ans Tageslicht. Wie attraktiv scheint da die Rolltreppe, die uns gerade an besonders tiefen U-Bahnstationen die endlos scheinenden Treppenstufen an die Oberfläche erspart. Aber trotz dieser süßen Verlockung gilt: Für Hundehalter in Begleitung ihrer Vierbeiner ist die Rolltreppe tabu.

"Hunde haben auf einer Rolltreppe nichts zu suchen. Leider gibt es immer wieder Halter, die ihre Tiere mit auf die Rolltreppe nehmen, immer wieder kommt es dabei zu schlimmen Unfällen. Das ist für Hunde viel zu gefährlich", warnt der Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., Philip McCreight, eindringlich. Sehr schnell kann sich das Tier vor allem am Ende der Treppe mit den Krallen oder Haaren in dem kamm-ähnlichen stählernen Aufsatz verfangen. Die Folgen sind meist dramatisch. Wahnsinnig schmerzhaft und blutig ist es für die Tiere zum Beispiel, wenn ihnen dabei eine Kralle gezogen wird. Nicht selten mussten auch schon vor Ort Zehen amputiert werden, um das Tier zu retten.

McCreight wünscht sich daher, dass deutlicher auf die Gefahren von Rolltreppen für Hunde hingewiesen wird. "Die kleinen Schilder, die oft am Fuße der Treppe angebracht sind, werden leicht übersehen oder nicht ernstgenommen", kritisiert der Tierschützer und appelliert an Verkehrsbetriebe und Kaufhäuser, deutlicher auf das Verbot von Hunden auf der Rolltreppe hinzuweisen.

Vor allem ist aber der Halter gefragt: Das richtige Verhalten und die Unversehrtheit des Hundes liegen in seinen Händen. Kleine Hunde gehören auf einer Rolltreppe auf den Arm, mit großen sollte unbedingt eine normale Treppe oder der Aufzug genutzt werden. Auch wenn es viele Stufen sind oder der Andrang auf den Aufzug groß ist: Gehen Sie kein Risiko ein und suchen Sie sich zum Wohle Ihres tierischen Lieblings andere Wege!

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Tasso Newsletter vom 21.07.2016


Was tun, wenn ein Vierbeiner in Gefahr ist - Aktion "Hund im Backofen" von TASSO e.V.

Es ist ein Thema, das uns leider jeden Sommer aufs Neue begleitet, denn noch immer lassen viele Hundehalter ihre Tiere an warmen Tagen im Auto zurück. In diesem Jahr sind deutschlandweit deshalb schon mehrere Hunde im Auto einen grausamen Tod gestorben. Erst am vergangenen Sonntag mussten in Bensersiel an der Nordseeküste zwei Hunde aus völlig überhitzten schwarzen Autos gerettet werden. Unsere TASSO-Experten geben Tipps, wie Tierfreunde im Ernstfall helfen können. Zum Hintergrund: Schon ab Temperaturen von 20 Grad Celsius kann ein Auto zur tödlichen Gefahr für einen Hund werden. Das Fahrzeuginnere heizt sich binnen weniger Minuten auf extreme Temperaturen auf. Der Hund versucht, sich durch Hecheln Kühlung zu verschaffen, dabei verbraucht er allerdings sehr viel Wasser. Wenn er dieses Wasser nicht wieder aufnehmen kann, besteht die Gefahr eines Hitzschlages, an dem ein Hund sterben kann. Im Schatten parken, die Fenster etwas herunter zu lassen oder ein Schälchen Wasser ins Auto zu stellen reicht nicht aus, um die Sicherheit des Tieres zu gewährleisten. Auch "nur mal kurz etwas im Supermarkt zu besorgen" kann für das Tier schon tödlich enden. Es gibt einige Anzeichen dafür, dass ein Hund einen Hitzschlag hat. Dazu gehören Unruhe, eine weit herausgestreckte Zunge, Taumeln und eindeutige Erschöpfung. Ein Tier, das Symptome eines Hitzschlages zeigt, muss so schnell wie möglich von einem Tierarzt behandelt werden. "Feuerwehr oder Polizei dürfen in solchen Situationen in jedem Fall eingreifen", erklärt Philip McCreight, Leiter von TASSO e.V. "Aber auch verantwortungsbewusste Mitmenschen sollten sich für das Leben des Tieres einsetzen."

Was ist zu tun?

  • Steht das Auto auf einem Supermarktparkplatz o.ä., lassen Sie den Halter ausrufen.
  • Rufen Sie die Polizei oder die Feuerwehr.
  • Notieren Sie sich alle wichtigen Daten: Datum, Ort, Uhrzeit, Automarke, Farbe und Kennzeichen.
  • Dokumentieren Sie den Vorfall mit Fotos.
  • Suchen Sie Zeugen, die die Geschehnisse bestätigen können, und notieren Sie sich deren Telefonnummer und Anschrift.
  • Erstatten Sie zur Sicherheit Strafanzeige wegen Tierquälerei.
Nur wenn die Situation für den Hund lebensbedrohlich ist und so eilig ist, dass Sie nicht länger auf Polizei oder Feuerwehr warten können, dürfen Sie den Hund selbst befreien. Dabei gilt es jedoch, äußerste Vorsicht walten zu lassen. Denn: "Um das Tier zu befreien, müssen Sie fremdes Eigentum beschädigen" gibt die für TASSO tätige Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries zu bedenken. Um so wenig Schaden wie möglich zu verursachen, sollte daher das Seitenfenster eingeschlagen werden. Bei so einer Rettung müssen Sie aber leider damit rechnen, dass der Fahrzeughalter Strafanzeige gegen Sie wegen Sachbeschädigung erstatten wird. "In diesem Fall können sich Betroffene auf den rechtfertigenden Notstand nach § 34 StGB berufen", erklärt Ann-Kathrin Fries. Umso wichtiger ist es, Zeugen für den Vorfall zu haben und die Polizei zu verständigen.

Wenn das Tier befreit wurde

Wenn das Tier schließlich befreit wurde, sollte es entsprechend versorgt werden. Die für TASSO tätigte Tierärztin Dr. Anette Fach rät: "Bringen Sie das Tier in den Schatten, und kühlen Sie es vorsichtig für mindestens 30 Minuten ab. Beginnen Sie mit nasskalten Umschlägen, und arbeiten Sie sich von den Pfoten über die Beine, das Hinterteil und den Rücken bis zum Nacken hoch. Das Wichtigste ist eine langsame Abkühlung. Keinesfalls darf der Hund mit eiskaltem Wasser übergossen werden. Danach müssen Sie das Tier zeitnah in einem gekühlten Auto zum Tierarzt bringen. Eine weitere Hitzebelastung sollte unbedingt vermieden werden. In der Tierarztpraxis sollte man sich sicherheitshalber anmelden, damit auch ein Tierarzt einsatzbereit ist. Die Behandlung beim Arzt besteht aus Infusionen, Medikamenten und eventuell auch Sauerstoffzufuhr."

Kostenloses Informationsmaterial finden Sie unter www.tasso.net/hund-im-backofen

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Tasso Newsletter vom 04.08.2016


Katze Luna überlebt fast acht Wochen im Keller einer Grundschule

Es war eine Rettung im letzten Moment: Nur dank eines sehr aufmerksamen siebenjährigen Jungen und der TASSO-Suchplakate hat die neunjährige Katzendame Luna ein ungewöhnliches Abenteuer überlebt. Fast acht Wochen lang war sie im Keller einer Grundschule gefangen, ein weiterer Tag hätte sie möglicherweise das Leben gekostet. Zum Weltkatzentag, der am 8. August gefeiert wird, berichtet TASSO von dieser außergewöhnlichen Rettung, die einmal mehr zeigt, wie wichtig es ist, seine Katze bei TASSO zu registrieren.

Am 27. Mai war Luna auf Entdeckungstour gegangen. Nichts Ungewöhnliches für die Freigängerkatze, wie ihre Halterin, die 34-jährige Sara Funk berichtet. Doch Luna kam nicht zurück, obwohl sie noch nie lange von Zuhause weggeblieben ist. Sara Funk ging auf die Suche. Sie klingelte an zahlreichen Türen in dem 3000-Einwohnerdorf, in dem sie gemeinsam mit ihrem Partner lebt, und durchsuchte viele Keller und Garagen. Eine äußerst anstrengende und belastende Zeit für die junge Frau, denn Sara Funk ist hochschwanger und erwartet in zwei Wochen ihr Baby.

Die Suche nach Luna blieb zunächst erfolglos. Trotz der vielen TASSO-Suchplakate, die die junge Frau im Ort verteilt hatte. "Nach fünf Wochen intensiver Suche, habe ich nicht mehr geglaubt, Luna wiederzusehen", erzählt Sara Funk, der auch heute noch anzuhören ist, wie groß ihre Sorge war. "In einem so kleinen Ort hätte sie doch jemand sehen müssen." Manchmal habe sie sich eingeredet, einen Schatten an der Balkontür entlanghuschen zu sehen, doch das waren nur Trugbilder.

Aber dann, fast acht Wochen nach Lunas Verschwinden, am 20. Juli, kam der erlösende Anruf aus der TASSO-Notrufzentrale. Die Katzendame sei im Keller der Grundschule, die nur wenige Meter von ihrem Zuhause entfernt ist, gesehen worden. Und tatsächlich: Völlig entkräftet und abgemagert, dem Tod näher als dem Leben, konnte Sara Funk ihre Katze wieder in die Arme schließen. Viel länger hätte das Tier ohne Wasser und Futter nicht überlebt. Anfangs wird sie die ein oder andere Maus gefangen haben, vermutet Lunas Tierärztin, doch zuletzt war die Katze dafür viel zu schwach. Nur weil sie sich durch ein enges Kellerfenster in einen vorgelagerten Schacht gequetscht hatte, konnte sie etwas Regenwasser trinken.

Lunas Retter blieb hartnäckig

Zu verdanken ist Lunas Rettung vor allem einem siebenjährigen Jungen, der zur Ferienbetreuung in der Schule war. Er hatte Luna durch den Schacht gesehen. Zunächst glaubte seine Betreuerin ihm nicht. Doch weil der Junge hartnäckig darauf bestand, sah sie schließlich nach. So entdeckte die Betreuerin die abgemagerte Katze, erkannte sie dank des TASSO-Plakats wieder und meldete sich sofort in der TASSO-Notrufzentrale, die wiederum umgehend Sara Funk informierte.

Für Luna ging es nach diesem Abenteuer sofort zum Tierarzt. Mithilfe von Elektrolyten, einer Futteraufbaukur und Kittenfutter hat Sara Funk ihre Katze mittlerweile wieder aufgepäppelt. "Wenn es in den nächsten Tagen keinen Rückschritt gibt, ist sie über den Berg", hofft die werdende Mutter, für die die vergangenen Wochen jede Menge Aufregung bedeutet haben, und die es noch immer kaum fassen kann, dass ihre Katze wieder zu Hause ist. "Ich bin dem kleinen Jungen unendlich dankbar, dass er so hartnäckig darauf bestanden hat, eine Katze gesehen zu haben", sagt Sara Funk erleichtert. "Und natürlich auch TASSO, denn nur durch die Suchplakate konnte ich so schnell informiert werden."

Luna hat derzeit übrigens noch Stubenarrest. Aber auch wenn ihre Halterin sich von ihrem Schrecken noch nicht ganz erholt hat, ist für Sara Funk längst klar: Sobald Luna wieder kräftig genug ist, darf sie das 3000-Einwohner-Örtchen wieder unsicher machen.

Für alle, die auf der Suche nach ihrer Katze sind, hat Sara Funk noch einen Tipp: "Geben Sie die Hoffnung nicht auf. Und seien Sie hartnäckig. Im Keller der Grundschule durfte ich mich leider nicht umsehen, darauf hätte ich vielleicht bestehen müssen. Aber auch in den Kellern in denen ich war, habe ich mir nicht genug Zeit gelassen. Eine Katze, die lange eingesperrt ist, kommt natürlich nicht sofort, sondern versteckt sich. Deswegen ist es wichtig, dass der Halter selber nachsieht und einige Minuten bleibt, um sich gründlich umzusehen und der wahrscheinlich verängstigten Katze die Gelegenheit gibt, ihn zu erkennen."

Suchplakate retten Leben - Mit Hilfe Ihrer Spende auf www.tasso.net/spende können wir auf Tiere in Not aufmerksam machen!

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Tasso Newsletter vom 18.08.2016


Suchplakate können Leben retten - Jetzt noch einfacher helfen

Mehrere Wochen in einem Schulkeller eingesperrt, fast verhungert und verdurstet: Der aktuelle Fall von Katzendame Luna hat die Wichtigkeit der Suchplakate für vermisste Tiere wieder einmal eindrucksvoll bewiesen. Ein kleiner Junge entdeckte Luna in einem Schacht des Kellers und erkannte sie von einem TASSO-Suchplakat wieder. So konnte Luna gerettet und wieder nach Hause gebracht werden.
Fest steht: Je größer der Kreis der potentiellen Lebensretter ist, die das Suchplakat eines vermissten Tieres sehen, desto größer ist auch die Chance, dass das Tier gefunden wird. Aus diesem Grund bietet TASSO Ihnen nun einen neuen Service an: Teilen Sie unsere Suchplakate mit nur einem Klick auf Facebook. Alles, was Sie dafür tun müssen, ist, sich als TASSO-Suchhelfer anzumelden. (Für diejenigen Leser, die schon Suchhelfer sind: Bitte beachten Sie Punkt 2!)

Und so geht's:
1. Melden Sie sich unter www.tasso.net/Suchhelfer als TASSO-Suchhelfer an, und bestimmen Sie den Radius, in dem Sie Suchmeldungen und elektronische Suchplakate von entlaufenen Tieren bekommen möchten. Je größer der Umkreis (in Kilometern), desto mehr und häufiger erhalten Sie unsere Meldungen zu vermissten Tieren.

2. Zusammen mit den Suchmeldungen sendet Ihnen TASSO PDFs oder JPEG-Dateien mit den gewünschten Suchplakaten - je nachdem, was Sie auswählen. Posten Sie diese nun ganz einfach auf Ihrer Facebook-Seite, indem Sie den Facebook-Button in der E-Mail unter der Suchmeldung anklicken.

3. Natürlich können Sie die Plakate auch ausdrucken, ins Schaufenster oder ans Schwarze Brett eines Geschäftes hängen, wenn Sie dort um Erlaubnis gefragt haben. Auch Tankstellen oder der Bäcker "um die Ecke" eignen sich hervorragend zum Aushängen von Suchplakaten, da sie dort von vielen Menschen gesehen werden. Zusätzlich heißt es Augen und Ohren offen halten: Vielleicht läuft Ihnen eines der gesuchten Tiere über den Weg und Sie können es über TASSO wieder zu seiner Familie zurückbringen.

Wir bedanken uns bei allen Helfern, die uns als TASSO-Suchhelfer unterstützen. Denn so hat jedes entlaufene Tier die größtmögliche Chance, gefunden zu werden.

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Tasso Newsletter vom 24.08.2016


Mut zur Verantwortung Senioren sind tolle Tierhalter

Plötzlich war da diese Leere. Dieses Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Viele Rentner berichten, dass sie nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben erst einmal in ein tiefes Loch gefallen sind. Überflüssig zu sein, ist eine Sorge, die viele ältere Menschen umtreibt. Natürlich ist das nicht so. Rentner sind wichtig für die Gesellschaft, sie engagieren sich im Ehrenamt, kümmern sich um ihre Familien und haben häufig zahlreiche Hobbies. Und dennoch fehlt einigen etwas. Sie wünschen sich einen Begleiter an ihrer Seite und möchten für jemanden sorgen. Wer Tiere liebt und spürt, dass er noch viel zu geben hat, sollte vielleicht darüber nachdenken, ein Haustier zu adoptieren. Rentner können hervorragende Tierhalter sein. Sie haben meist mehr Zeit als Menschen, die voll im Berufsleben stehen, sind häufig noch sehr fit und haben jede Menge Liebe zu geben.

Gesundheit, Fitness und persönliche Vorlieben

Wichtig bei der Entscheidung, ob und welches Tier einziehen soll, sind allerdings nicht nur persönliche Wünsche und Vorlieben, sondern auch Ehrlichkeit, sich selbst gegenüber. Einige Fragen sollte sich jeder - grundsätzlich auch Jüngere - vor der Entscheidung für ein Tier stellen: Bin ich (noch) fit genug? Habe ich Zeit und Lust, immer an der Seite meines Tieres zu sein oder möchte ich lieber die Welt bereisen? Was passiert, wenn ich krank werde? Habe ich genug Geld? Wer unsicher ist, lässt sich am besten in einem Tierheim vor Ort beraten. Die Experten dort wissen genau, worauf es bei der Adoption eines Vierbeiners ankommt.
Ein Hund braucht zum Beispiel Auslauf und Auslastung. Bestimmte Rassen müssen besonders beschäftigt werden, einige Tiere sind anspruchsvoller als andere. Menschen, die nicht mehr so fit sind, könnten einem Welpen vielleicht nicht mehr gerecht werden. Sie können sich im Tierschutz aber sehr gut nach erwachsenen Hunden umsehen, die zu ihrer Lebenssituation passen. Zum Beispiel auf shelta, dem Online-Tierheim von TASSO unter www.shelta.net werden viele Tiere jeglichen Alters vorgestellt. Dort warten neben Welpen, Junghunden und ausgewachsenen Tieren auch vierbeinige Senioren, die sich für ihren Lebensabend noch ein liebevolles Zuhause wünschen.
Von der Adoption eines Hundes profitieren aber keineswegs nur die Tiere - im Gegenteil: Der Hund ist ein Grund, sich auch an nicht so guten Tagen aufzuraffen und rauszugehen. Spaziergehen hält nicht nur fit, sondern steigert auch das Wohlbefinden. Und Hunde fördern die Sozialkontakte, weil Hundehalter sich gerne unterwegs austauschen.

Auch Katzen sind tolle Begleiter

Wer nicht Gassi gehen möchte oder einfach nicht der größte Hundefreund ist, könnte seine Wohnung und sein Herz auch einer Katze öffnen. Wohnungskatzen müssen allerdings ebenfalls ausgelastet werden, damit das Leben in der Wohnung nicht einsam oder langweilig wird. Außerdem sollten sie im Idealfall nicht alleine gehalten werden. Und auch Freigängerkatzen machen Arbeit. Auch sie brauchen Streicheleinheiten und müssen gefüttert werden. Ebenso steht das tägliche Reinigen der Katzentoilette auf dem Programm. Auch Katzen verlangen also noch einiges von ihrem Halter. Weiterhin können sie deutlich älter werden als ein Hund.
In jedem Fall ist es wichtig, zu klären, wer sich um das Tier kümmert, wenn man selbst einmal nicht kümmern kann. Sei es aufgrund eines Unfalles, eines Krankheit oder einfach, weil die körperliche Fitness plötzlich rapide nachlässt.

Anpacken im Tierheim

Wer sich gerne mit Tieren umgeben möchte, sich die Haltung eines eigenen Vierbeiners aber nicht mehr zutraut, kann sich auch bei einem Tierheim in seiner Nähe melden. Dort werden immer Menschen gesucht, die die Hunde ausführen, Katzen streicheln, Kleintiere versorgen oder bei einer der anderen unzähligen Aufgaben helfen. Bestimmt freut man sich dort sehr über Hilfsangebote.
Tiere sind tolle Begleiter - sowohl für junge Menschen als auch für ältere. Egal ob frischer Neu-Ruheständler oder gemächlicher Senior, das richtige Tier wartet bestimmt irgendwo auf Sie! Lassen Sie sich doch im Tierheim in Ihrer Nähe beraten.

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Tasso Newsletter vom 06.10.2016


Büroschnauzen - Warum der Vierbeiner im Büro eine gute Idee ist

Kennen Sie das? Sie sitzen auf der Arbeit vor dem Computer, die Zeit verfliegt, ohne dass Sie es mitbekommen, und nichts klappt so, wie es soll. Vielleicht fehlt die richtige Idee, vielleicht die Konzentration. Und plötzlich ein Trippeln, ein freundlicher Stupser auf den Unterarm. Der Hund fordert Aufmerksamkeit. Und wer kann da schon widerstehen? Ein paar Streicheleinheiten später, zurück am Computer, läuft die Arbeit plötzlich besser. Die Laune hat sich gehoben, die Kreativität ist zurück, und auch mit der Konzentration klappt es wieder. Wir, die Mitarbeiter bei TASSO e.V. kennen diese Wirkung nur zu gut - schließlich dürfen uns unsere Vierbeiner seit jeher zu Arbeit begleiten. Daher sind wir überzeugt: Hunde im Büro sind eine richtig gute Idee. Deswegen wollen wir anlässlich des Welthundetages (10. Oktober 2016) im Oktober mit unserer Aktion "Büroschnauzen" verstärkt auf dieses Thema aufmerksam machen.

Die tierischen Kollegen sind aber nicht nur in der TASSO-Zentrale in Sulzbach nicht mehr wegzudenken. In viele Büros dürfen die Vierbeiner ihre Menschen mittlerweile begleiten. Und dabei zeigen sie, dass sie nicht nur der beste Freund, sondern auch der beste Arbeitskollege sein können. Studien belegen, dass Hunde im Büro gleich mehrere Vorteilte bieten. Sie fördern die Kommunikation, heben die Stimmung, und beim Streicheln wird Stress abgebaut.

Das weiß auch Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. Er wird von seinem 12-jährigen Mischling Sam zur Arbeit begleitet. Mike Ruckelshaus ist überzeugt, dass es richtig ist, Mitarbeitern zu gestatten, ihren vierbeinigen Liebling mitzubringen. Auch für die Tiere ist das ein Gewinn: "Hunde fühlen sich in der Nähe ihres Menschen am wohlsten, denn Hunde verfügen über ein ausgeprägtes Sozialverhalten und eine besondere Kommunikationsfähigkeit. Sie sind tolle Begleiter und können ein Team gut ergänzen." Ruckelshaus würde sich wünschen, dass es in Deutschland weiter verbreitet wäre, Hunde mit zur Arbeit zu bringen. Dann könnten sich auch mehr Berufstätige einen Vierbeiner anschaffen. Und das würde letztlich vielen Tierheimhunden eine Chance auf ein schönes Zuhause eröffnen.

Auch die Kollegen im Büro profitieren von der Anwesenheit des Vierbeiners. "Die positiven Auswirkungen von Hunden auf Menschen sind hinreichend bekannt", sagt Ruckelshaus. "Unzählige gesundheitsfördernde Effekte der Hundehaltung sind durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Beim Spielen mit dem Hund schüttet unser Körper zum Beispiel Glückshormone aus. Außerdem sind Hundehalter seltener krank als Menschen ohne Haustier."

Natürlich ist es nicht in jedem Job möglich, dass der Hund mit zur Arbeit kommt. Aber oft wäre eine Begleitung denkbar. Dabei müssen aber einige Grundregeln beachtet werden:
  • Der Arbeitsplatz muss hundefreundlich sein: Der Hund darf nicht mit in eine Fabrik, in der es laut und gefährlich ist. Lebensmittel verarbeitende Betriebe sind tabu. Weiterhin sollte nicht zu viel Trubel herrschen. Ein überfülltes Kaufhaus ist zum Beispiel keine gute Umgebung für den Vierbeiner.
  • Kollegen und Vorgesetzte müssen einverstanden sein: Auch wenn ein Kollege ein Problem damit hätte - vielleicht auch bedingt durch eine Allergie - müssen Sie darauf Rücksicht nehmen.
  • Ein eigener Platz: Ihrem Liebling darf es an nichts fehlen. Dazu gehört ein Rückzugplatz. Weiterhin braucht der Hund auch im Job immer Zugang zu frischem Wasser und regelmäßige Spaziergänge sowie gelegentliche Spielpausen.
  • Natürlich muss sich der Vierbeiner im Büro wohlfühlen: Er sollte keine Angst vor Menschen haben oder Aggressionen zeigen. Ein gewisser Grundgehorsam ist ebenfalls Voraussetzung. Den idealen Begleiter für das Büro zeichnet zudem ein ruhiges und freundliches Gemüt aus.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, stehen die Chancen gut, dass Sie bald bestätigten können macht die Arbeit mehr Spaß!

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Tasso Newsletter vom 13.10.2016


Lebensgefahr für Katzen - gekippte Fenster sind unterschätzte Fallen

Nur mit einer Betäubung durch einen Tierarzt und dank der Hilfe der Polizei konnte eine kleine Katze im Taunusort Friedrichsdorf kürzlich aus einer misslichen Lage befreit werden. Die Freigängerkatze war auf dem Rückweg in die Wohnung in einem gekippten Fenster steckengeblieben und kam aus eigener Kraft nicht mehr heraus. Das fatale an diesem Fall: Die Halterin hatte die Katze Medienberichten zufolge gezielt durch das gekippte Fenster wieder in die Wohnung lassen wollen. "Offenbar ist einigen Katzenhaltern noch immer nicht bewusst, wie groß die Gefahren sind, die von gekippten Fenstern ausgehen", bedauert Dr. Cristeta Brause, Referentin Tierschutz Inland bei der Tierschutzorganisation TASSO e.V.

Wenn Katzen versuchen, durch ein auf Kipp stehendes Fenster zu klettern, kann es passieren, dass sie in dem Spalt steckenbleiben. Wenn die Katzen dann versuchen, sich zu befreien, rutschen sie durch die Bewegungen immer tiefer in den Fensterspalt und werden immer mehr eingequetscht. "Dabei können schwerste innere Verletzungen entstehen, die oft zu irreparablen Schäden und sicherlich auch zu großen Schmerzen führen", erklärt die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Anette Fach. "Es werden zwar viele Katzen noch lebend gefunden, oft müssen sie dann aber doch eingeschläfert werden, da die Schädigungen zu schwerwiegend sind." Es kann aber auch passieren, dass die Katzen schon verenden, während sie eingeklemmt sind. Durch die Quetschung der hinteren Körperhälfte, werden die abgeklemmten Körperteile nicht mehr mit Blut versorgt und sterben ab, was wiederum schnell zu tödlichem Organ- und Herzkreislaufversagen führt. "Das ist ein elender Tod", weiß Dr. Anette Fach. Mittlerweile gibt es sogar einen Begriff für diese Art von Verletzungen: das Kippfenster-Syndrom.

Daher rät TASSO: Achten Sie auf Ihre Fenster! Auch wenn Ihre Katze bislang kein Interesse an dem gekippten Fenster gezeigt hat, sollten Sie sie auf keinen Fall alleine in einem Raum mit einem ungesicherten Fenster lassen. Es kann ausreichen, dass auf der anderen Seite der Scheibe etwas Spannendes passiert, um die Katze zu motivieren, hindurch zu schlüpfen oder mit der Pfote durch den Spalt zu langen.

Um nicht auf geöffnete Fenster verzichten zu müssen, gibt es zahlreiche Hilfsmittel. Besonders gängig ist der sogenannte Kippfensterschutz. Dabei werden spezielle Gitter rund um das Fenster montiert. Sie verhindern, dass die Katze in den Spalt gelangen kann. Natürlich können auch andere Gitter oder Netze montiert werden. Weiterhin gibt es spezielle Keile für die Fenster. Sie sorgen ebenfalls dafür, dass die Katze nicht in den engen Spalt rutscht.

Natürlich können Sie Ihr Fenster auch vollständig öffnen und davor ein stabiles Netz anbringen, so dass die Katze nicht hinaus kann. Dabei sollten sie aber darauf achten, dass das Fenster bei Durchzug nicht zuschlagen kann. Ist Ihr Fenster gut gesichert, kann Ihre Katze gemütlich und gefahrlos auf der Fensterbank liegen, hinausschauen und die Aussicht genießen.

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Tasso Newsletter vom 17.11.2016


Matsch und Schnee? Kein Problem! So geht's entspannt und warm durch die kalte Jahreszeit

Der Herbst geht langsam in den Winter über. Vorbei die Zeit, in der die Laubbäume in den tollsten Farben leuchten und bei einem Spaziergang im Sonnenschein getrost auf die Jacke verzichtet werden kann. Der Winter kommt, und in einigen Regionen Deutschlands hat es bereits geschneit. Höchste Zeit, die Wintersachen herauszuholen.

Unsere langhaarigen Vierbeiner sind uns da häufig schon einen Schritt voraus und haben längst mit dem Fellwechsel begonnen, während wir noch gar nicht an die kommende Kälte denken wollen. Den Fellwechsel können Tierhalter auf unterschiedliche Weise unterstützen. Besonders hilfreich ist regelmäßiges Bürsten. Richtig ausgeführt, ausschließlich in Wuchsrichtung des Haares, ist das nicht nur ein besonderer Genuss für den Hund. Es hilft auch, lose Haare zu entfernen und fördert die Durchblutung der Haut, was den Fellwechsel zusätzlich begünstigt. Ein zusätzlicher Bonus: Weniger Haare landen auf Sofa oder Teppich.

Es darf auch mal ein Mantel sein

Schwieriger wird die Kälte für kurzhaarige Rassen mit wenig Unterwolle. "Bei kurzhaarigen, tropischen oder subtropischen Rassen ist gewisse Vorsicht geboten", warnt TASSO-Leiter Philip McCreight. "Denn diese Hunde - beispielsweise der afrikanische Rhodesian Ridgeback - besitzen weniger Unterwolle und ein dünneres Unterhautfettgewebe. Sie frieren leicht." Abhilfe kann ein möglichst wasserabweisendes "Mäntelchen" schaffen. Achten Sie darauf, dass es gut verarbeitet ist, und gewöhnen Sie Ihren tierischen Liebling langsam an die für ihn zunächst unbekannte Kleidung. Auf keinen Fall sollten Hunde bei Minusgraden draußen angebunden werden. Das kann zu schweren Lungenentzündung und im Zweifel auch zum Erfrieren des Tieres führen.

Auch die Pfoten unserer Vierbeiner verlangen nun etwas mehr Pflege. Sind es beim matschigen Herbstwetter noch die Spitzen von Kastanienschalen oder harte Laubstücke, die sich in den Ballen der Pfoten festsetzen können, ärgern spätestens nach dem ersten Schneefall auch Streusalz und Kies die Pfoten unserer tierischen Lieblinge. Daher sollte nach jedem Spaziergang geprüft werden, ob die Ballen sauber und unverletzt sind. Mit speziellen Fettcremes oder Melkfett eingerieben, heilen kleine Risse schnell wieder ab. Gerade in Zeiten, in denen auf den Wegen massiv Streusalz eingesetzt wird, kann auch schon vor einem Spaziergang zum Schutz Vaseline aufgetragen werden. Bei besonders empfindlichen Hunden sind auch passende Pfotenschuhe eine gute Lösung zum Schutz.

Achtung, bissige Feinde

Ob Flöhe, Milben oder Zecken: Auch an kälteren Tagen, sollten Sie diese Gefahren nicht unterschätzen. Begegnet Ihr Hund beispielsweise im Laub einem Igel und schnüffelt an ihm, kann es durchaus sein, dass Flöhe den Sprung auf einen neuen Wirt wagen. Flöhe rufen Juckreiz, Hautirritationen oder sogar Blutarmut hervor. Zudem kann es bei allergischen Tieren zu einer Flohspeichelallergie kommen. Und, da Flöhe in Bezug auf Ihren Wirt nicht wählerisch sind, ist es sogar möglich, dass sie auch auf den Menschen übergehen. Verschluckt der Hund einen Floh, können sogar Bandwürmer übertragen werden.

Mit genauer Kontrolle nach dem Spaziergang, ein wenig Pflege und eventuell einem warmen Mäntelchen steht einer tollen Zeit im Winter aber nichts im Wege. Genießen Sie die kalten Tage gemeinsam mit Ihrem vierbeinigen Liebling!

© TASSO e.V.

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Tasso Newsletter vom 23.11.2016


Bitte, verschenk mich nicht! Keine Pfoten unterm Weihnachtsbaum
Plutos Start ins Leben war viel versprechend. Von seiner Mutter und seinen Geschwistern aus ging es sofort in ein warmes, kuscheliges Zuhause. Und als am Abend die Kinder ins Wohnzimmer stürmten, flossen sogar Freudentränen. Doch schnell wurde alles anders. Der Weihnachtsbaum war kaum entsorgt, schon verloren die Kinder die Lust an langen Spaziergängen durch Schnee und Matsch und am gemeinsamen Training. Die Erwachsenen übernahmen nur widerwillig die Aufgaben, die ihre Kinder zu erledigen versprochen hatten. Statt großer Freude herrschte nun Frust, die Erziehung blieb auf der Strecke, Pluto wurde ein ungestümer und unerzogener Junghund. Bis seine Menschen eines Tages aufgaben. Nur ein Jahr später wartet der junge Hund nun hinter Tierheimgittern verzweifelt auf eine Familie, die ihm das bietet, wonach er sich so dringend sehnt: ein Zuhause für immer.

Plutos Geschichte steht beispielhaft für viele Schicksale, denn leider werden nach wie vor häufig Tiere zur Weihnachten verschenkt. Besonders zu Weihnachten möchten Eltern ihre Kinder glücklich machen und ihnen etwas ganz besonders schenken. Schnell werden da die Bedenken kleingeredet oder über Bord geworfen, und ein Tier kommt ins Haus.

Die TASSO-Bitte: Verschenken Sie keine Tiere, und machen Sie andere Menschen darauf aufmerksam, dass es nicht im Sinne der Tiere ist, ein Weihnachtsgeschenk zu sein. Erklären Sie auch Ihren Kindern ruhig und vernünftig, warum es zu Weihnachten kein Haustier geben wird.

Auch ohne eigenes Haustier ist der Kontakt zu Tieren möglich und auch wichtig für Kinder. Vielleicht können die jungen Tierfreunde im Tierheim aushelfen oder regelmäßig Nachbarn oder Verwandte mit Haustieren besuchen, um auf diese Art erste, intensivere Kontakte zu Haustieren haben zu können.

Falls eine Familie mit dem Gedanken spielt, ein Haustier aufzunehmen, ist es wichtig, dass diese Entscheidung gründlich durchdacht, in Ruhe und gemeinsam mit allen Beteiligten getroffen wird. Und auch dann sollte damit lieber bis nach Weihnachten gewartet werden. Die stressige Vorweihnachtszeit ist nicht der richtige Zeitpunkt für eine so große Veränderung, und viele Tierschutzorganisationen und Tierheime vermitteln in der Weihnachtszeit bewusst keine Tiere, um Hunden, Katzen und Kleintieren zu ersparen als "ausgediente Geschenke" eines Tages wieder abgegeben zu werden.

Der TASSO-Tipp für alle, die sich für tierischen Familienzuwachs entschieden haben: Nutzen Sie doch die besinnlichen Tage, um sich gründlich Gedanken über das Bevorstehende zu machen. Erstellen Sie gemeinsam Listen, auf denen Sie festhalten, was Sie alles für ihren tierischen neuen Freund benötigen. Legen Sie fest, wer welche Aufgaben übernehmen wird, und bereiten Sie sich gemeinsam vor. Wenn im neuen Jahr wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, kann die Suche nach Ihrem vierbeinigen Freund losgehen. Schauen Sie sich dann vor allem auch in Tierheimen oder in unserem Online-Tierheim shelta um. Dort warten tauende Tiere auf ihre eigene liebevolle Familie. Eine, die ihnen nach reichlicher Überlegung ein Zuhause für immer bieten kann.

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Tasso Newsletter vom 16.02.2017


Vorsorge für den Notfall - Wer kümmert sich nach meinem Tod um mein Tier?

Was passiert, wenn mir etwas passiert? Das ist eine wichtige Frage, die sich jeder Tierhalter stellen und für sich beantworten sollte. Sie betrifft natürlich auch die Versorgung des Vierbeiners in einem plötzlichen Krankheitsfall, ist aber vor allem dann von großer Bedeutung, wenn ein Tierhalter stirbt und somit nicht mehr zu seinem tierischen Liebling zurückkehren wird. Damit nach dem eigenen Ableben keine Unsicherheiten, Streit zwischen den Hinterbliebenen oder im schlimmsten Fall langfristige Nachteile für das Tier entstehen, rät die für TASSO tätige Anwältin Ann-Kathrin Fries, frühzeitig zum Beispiel in einem Testament festzulegen, in wessen Eigentum das Tier nach dem eigenen Tod übergehen soll.

Besonders wichtig ist das dann, wenn der Erbe beziehungsweise die Erbengemeinschaft das Tier nicht aufnehmen will. "Wer zum Beispiel möchte, dass der Freund oder die Nachbarin den Hund oder die Katze erhält, sollte das vorher klären", rät Ann-Kathrin Fries. Gerade auch bei nichtehelichen und unverpartnerten Lebensgemeinschaften ist dies dringend geboten. Dieses sogenannte Vermächtnis sollte unbedingt im Testament festgelegt werden. Dabei ist es auch möglich zu bestimmen, dass zum Beispiel aus dem Erbe ein monatlich festgelegter Geldbetrag bis zum Tode des Tieres oder eine einmalige Zahlung eines bestimmten Betrages für die Versorgung an den neuen Halter gezahlt wird.

"Wichtig ist, dass ein Testament rechtswirksam verfasst ist. So stehen nach dem BGB zwei Formen der Errichtung zur Verfügung: das private handschriftliche Testament und das öffentliche notarielle Testament. Das private Testament muss vollständig eigenhändig ge- und unterschrieben sein. Auch die Datums- und Ortsangabe sollten enthalten sein. Es sollte gut lesbar sein und auch problemlos gefunden werden können", erklärt Ann-Kathrin Fries. Hierfür ist eine (kostenpflichtige) Hinterlegung beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer in Berlin möglich und ratsam. Ein notarielles Testament wird kostenpflichtig von einem Notar verfasst und hat unter anderem den Vorteil, dass spätere Anfechtungen von Erben erschwert werden.

Wurden keine Regelungen getroffen, zählt das Tier automatisch zur sogenannten Erbmasse und gehört damit den Erben beziehungsweise der Erbengemeinschaft. Diese können oder wollen sich allerdings nicht immer um ein Tier kümmern. Im schlimmsten Fall wird der Vierbeiner dann ins Tierheim gebracht und muss auf ein neues Zuhause hoffen. Manchmal gibt es jedoch auch nach der gesetzlichen Erbfolge keine Erben (dann erbt der Staat), oder ein Erbe wird ausgeschlagen, also abgelehnt.

Wer also auch über sein eigenes Leben hinaus das Beste für sein Tier will, sollte für den Ernstfall vorsorgen.

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Tasso Newsletter vom 02.01.2017


Ausnahmezustand Silvester: Die letzte Nacht des Jahres in der TASSO-Notrufzentrale

"Wir haben Ihre Fundmeldung aufgenommen und werden unsere Suchhelfer informieren. Ich drücke die Daumen, dass Lovis bald wieder nach Hause gebracht werden kann." Diese Vermisstenmeldung einer kleinen Mischlingshündin ist um kurz nach zwei Uhr am Neujahrsmorgen der letzte Fall der Nacht für TASSO-Mitarbeiterin Karin Wloka, die zusammen mit vier anderen Kollegen in der aufregendsten Nacht des Jahres Dienst in der TASSO-Notrufzentrale hat. Für Karin Wloka und ihre Hündin Luna geht es nun nach Hause. Gerade sind zwei weitere Kollegen für die nächste Schicht eingetroffen. Es sind mehr Mitarbeiter als in den anderen Nächten im Einsatz, aber das ist auch dringend notwendig.

Während draußen Raketen und Böller durch die Luft sausen und sich die Menschen über das Jahr 2017 freuen, klingeln in der Silvesternacht nahezu ohne Unterlass die Telefone bei TASSO in Sulzbach. Aber auch hier ist es in dieser Nacht feierlich. Luftschlangen, Ballons, Kartoffelchips und anderes Naschwerk sowie ein alkoholfreier Sekt um Mitternacht - die Kollegen haben einiges aufgefahren, um sich und ihren vierbeinigen Begleitern diese Schicht zu versüßen.

Den Bürohunden Luna und Guismo gefällt Silvester eigentlich gar nicht. Die plötzlichen lauten Geräusche und ungewohnten Gerüche haben sie früher in Panik versetzt. Heute liegen sie entspannt auf ihren Decken unter und neben den Schreibtischen ihrer Halterinnen Karin Wloka und Jessica Liedtke. Hier im Taunus-Bürozentrum in Sulzbach ist es vergleichsweise ruhig. Nur vereinzelt ertönt ein lauter Knall, hin und wieder hebt Doggen-Mix Dame Luna den Kopf, aber von dem sonst üblichen Silvesterstress ist ihr nichts anzumerken. Auch Schäferhund-Mix Guismo ist tiefenentspannt und schläft fest auf seinem Platz. Diese Ruhe wäre zu Hause nicht möglich. Das ist einer der Gründe, warum Karin Wloka und Jessica Liedtke den letzten Dienst des Jahres so gerne übernehmen. Aber auch, weil sie wissen, wie wichtig es ist, in dieser Nacht für Mensch und Tier da zu sein.

Moritz verzweifelt gesucht

Als um Mitternacht überall die Sektgläser klirren, klingelt in der TASSO-Notrufzentrale das Telefon. "Mein Hund Moritz ist verschwunden. Wir waren vor dem Haus und als wir wieder reingingen, war er weg. Er muss hinten raus sein. Wir suchen schon überall, meine Tochter ist ganz aufgelöst", stößt der Anrufer aufgebracht und atemlos hervor. Ruhig lenkt Karin Wloka das Gespräch, fragt die wichtigen Fakten ab, um das Tier in der Datenbank zu finden. Sie beruhigt den Anrufer, gibt ihm Tipps und legt ihm nahe, die Polizei zu informieren. Zeitgleich meldet sie den entlaufenen Podenco-Rüden Moritz als vermisst. Nun kann die Suche anlaufen: Auf der Homepage erscheint eine entsprechende Suchmeldung, und die ehrenamtlichen Suchhelfer im Umkreis werden informiert, damit sie die Suchmeldungen verbreiten und die Augen aufhalten können. Wird Moritz nun aufgefunden, kann er nach dem Auslesen des Transponders und einem Anruf bei TASSO schnell wieder nach Hause.

Es sind nicht nur Vermisstenmeldungen, die in dieser Nacht in der TASSO-Notrufzentrale eingehen. Es melden sich auch viele Menschen, die ein Tier gefunden haben und nun auf der Suche nach seinem Halter sind. Rüde Momo zum Beispiel hat in der Silvesternacht eine wahre Odyssee erlebt. Er war durch die Hintertür in den Garten entwischt und von dort aus ausgebüxt und ziellos umhergelaufen. Ein Hundefreund fand ihn etwa zehn Kilometer von Zuhause entfernt, informierte TASSO, und so geht es für Momo noch an diesem frühen Neujahrsmorgen wieder zu seiner Familie.

Doch längst nicht alle Fälle laufen so unkompliziert. Seit einer Stunde versucht Karin Wloka schon, die Halterin der Golden-Retriever-Hündin Jill zu erreichen. Sie wurde von einer Familie gefunden, die sie mit nach Hause nahm und damit in Sicherheit brachte. Leider haben Jills Halter keine Datenfreigabe erteilt. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter bei TASSO den Findern nicht sagen dürfen, wo Jill hingehört. Immer wieder wählt Karin Wloka daher die Festnetznummer der Halter, die einzige Nummer, die in der Datenbank hinterlegt wurde. Doch vergeblich, niemand geht ans Telefon. Zum Glück darf Jill noch länger bei der Finderin bleiben. Zur Not die ganze Nacht. "Leider ist vielen Menschen nicht bewusst, dass die Rückvermittlung unnötig lange dauert, wenn wir die Kontaktdaten nicht rausgeben dürfen", bedauert Karin Wloka.

Tierzurückbringer und Seelsorger

Gegen halb eins häufen sich die Anrufe in dieser im Vergleich zu den Vorjahren bislang ruhigen Silvesternacht. "Das ist ganz normal. Das sind dann die Tiere, die rund um Mitternacht verschwunden sind. Das passiert leider häufig, weil sie zum Beispiel durch offene Türen entwischen und in Panik davon laufen", berichtet Karin Wloka. Im Minutentakt treffen nun Vermissten- und Fundmeldungen ein. Die TASSO-Mitarbeiter nehmen die Fälle auf, telefonieren mit Tierkliniken und Polizeidienststellen, kontaktieren Finder und Tierhalter. Bei diesen Telefonaten ist Einfühlungsvermögen gefragt, denn natürlich sind die Menschen sehr aufgebracht und in großer Sorge um ihre Lieblinge. Die TASSO-Mitarbeiter sind jetzt nicht nur die Tierzurückbringer, sondern auch Seelsorger. Sie beruhigen verzweifelte Anrufer, geben Tipps, machen Hoffnung und trösten. Es ist kein Job wie jeder andere hier in der TASSO-Notrufzentrale. Vor allem in der Silvesternacht sind starke Nerven gefragt. Aber Karin Wloka und ihre Kollegen sind aus überzeugung hier. Damit Tiere wieder nach Hause finden und ihre Halter nicht im Ungewissen bleiben. Denn es gibt nicht immer nur Gutes zu berichten. Auch die Halter von Tieren, die bei einem Unfall ums Leben kamen, müssen über den Verbleib ihrer Lieblinge informiert werden.

Doch zum Glück sind die Erfolgserlebnisse deutlich in der überzahl. Nach mehreren Versuchen und dem dreizehnten Klingeln erreicht Karin Wloka schließlich auch endlich Jills Frauchen, die sich sofort auf den Weg macht, ihren tierischen Liebling wieder nach Hause zu holen.

Eines zeigt diese Nacht in der TASSO-Notrufzentale deutlich: Egal ob in der Stadt oder auf dem Land - überall leben Tierfreunde, die verstörten Katzen und entlaufenen Hunden helfen, sie mit nach Hause nehmen, sie beruhigen, sie warmhalten. Bis sie wieder zu ihren Familien zurückgebracht werden können.

Hinweis: Aus Datenschutzgründen wurde in diesem Artikel auf Ortsangaben und reale Namen verzichtet.

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Tasso Newsletter vom 20.03.2017


Weltgeschichtentag - Einblick in ein tierisches Abenteuer

Am 20. März ist Weltgeschichtentag. Wir von TASSO e.V. möchten diesen Tag zum Anlass nehmen, Sie auf eine kleine Abenteuerreise mitzunehmen. Hinein in eine Geschichte, die uns so oder ähnlich tagtäglich begegnet und uns in unserer Arbeit und unserem Engagement für Mensch und Tier bestätigt.

Oscar und der freundliche Mann

Die Pfoten jagen über den weichen Waldboden, Schlamm spritzt auf, kleine Ästchen brechen, Dornen zerschrammen die Beine. Der kleine schnelle "Jäger" bemerkt das alles nicht, sein Blick ist starr auf sein Ziel fokussiert. Der Gejagte hat einen deutlichen Vorsprung, schlägt einen Haken und verschwindet. Sein Verfolger rennt noch einige Meter weiter, bleibt stehen, kehrt um, nimmt die Fährte auf und wühlt sich gründlich schnüffelnd weiter ins Unterholz. Von seiner sicher geglaubten Beute keine Spur. Der Hase ist entkommen. Der kleine braun-weiß gescheckte Mischling Oscar gibt aber noch nicht auf. Die Nase tief am Boden, die Rute mit der weißen Spitze steil in die Höhe gereckt, fegen die kleinen Pfötchen über den Boden. Immer tiefer gerät der zweijährige Spaniel-Mix so in den Wald hinein. Seine Umgebung nimmt er dabei kaum wahr. Auch die leiser werdende Stimme, die seinen Namen ruft, dringt nicht mehr an Oscars Schlappohr.
Telefonklingeln in der TASSO-Notrufzentrale. Das Geschehen wird berichtet. Oscar ist entlaufen. Die Suche erfolglos. Die Maschinerie läuft an. Oscar wird als vermisst eingetragen, Suchhelfer informiert, Suchplakate angefordert, eine verzweifelte Hundehalterin beruhigt.
Im Wald herrscht Stille. Nur ganz leise zwitschern einige Vögel. Hin und wieder knackt ein Ast und schreckt Oscar auf. Der kleine Rüde irrt mittlerweile orientierungs- und ziellos durch das Unterholz. Die Schatten der Bäume wirken plötzlich bedrohlich. In Oscar wächst die Angst. Er war noch nie alleine im Wald, er hat noch nie gejagt und hätte auch nicht gewusst, wie es weitergegangen wäre, wenn er den Hasen erwischt hätte. Für ihn war die Verfolgung eher ein Spiel. Nach eine Weile stößt er auf einen Waldweg. Ein unbekannter Weg. Unbekannte Gerüche, unbekannter Untergrund. Das ist nicht sein üblicher Spazierweg. Die Stimme, die sich leise nähert, ist nicht die seines Frauchens. Oscar bleibt stehen, lauscht und wendet den Kopf der Stimme entgegen. Sie gehört zu einem kleinen Mann, der in Begleitung zweier großer Hunde den Weg entlang kommt. Der Mann sagt etwas, er klingt freundlich. Er nähert sich langsam, spricht sanfte Worte, streckt vorsichtig eine Hand aus und streichelt schließlich beruhigend über Oscars Kopf.
Anruf eines Finders. Ein Spaziergänger hat einen kleinen Hund gefunden. Er liest die Nummer von der TASSO-Plakette ab und sagt, dass er ihn mit nach Hause genommen hat. Die Telefonnummer des Hundehalters wird gewählt. Es klingelt.
Die Decke ist warm und weich, das Wasser war dringend notwendig auch das Futter schmeckte lecker, doch die Umgebung ist völlig fremd. Oscar liegt angespannt auf einer Decke im Wohnzimmer seines Retters. Aufmerksam beobachtet er jede Bewegung des freundlichen Mannes. Dieser spricht ins Telefon und läuft aufgeregt auf und ab. Dann legt er das Gerät weg. Wenige Minuten später klingelt es erneut. Die Stimme des Mannes wird freudig. Die anderen beiden Hunde, die ein Stück entfernt liegen, spitzen die Ohren und schauen auf. Sie scheinen sich wohlzufühlen, dieser Ort ist also nicht gefährlich. Trotzdem ist alles anders als gewohnt. Das hier ist nicht Zuhause. Oscar versteht die Welt nicht mehr. Nun kommt der freundliche Mann zu dem kleinen Hund hinüber. Er setzt sich neben ihn auf den Boden, streicht ihm langsam über den Kopf und sagt einige beruhigende Worte, die optimistisch und freudig klingen. Der kleine Abenteurer ist mittlerweile so müde und erschöpft von der Aufregung dieses Tages, dass ihm langsam die Augen zufallen und er den Kopf auf die Pfoten sinken lässt, während der freundliche Mann ihm weiter über den Kopf streichelt.
Wenig später schreckt das Geräusch einer zuknallenden Autotür Oscar aus dem Dämmerschlaf. Die Klingel läutet, die beiden anderen Hunde schlagen kurz an. Der freundliche Mann verlässt den Raum und schließt die Zwischentür. Oscar hört Stimmen im Flur. Eine bekannte Stimme ist dabei... Frauchen! Da ist Frauchen. Oscar springt auf, rennt zur Tür, die in diesem Moment geöffnet wird. Oscars Frauchen stürmt herein, der kleine Hund hüpft freudig hoch, ist völlig außer Rand und Band. Auch Frauchen ist überwältigt. Sie kniet sich auf den Boden, lacht und weint gleichzeitig, lässt sich von ihrem tierischen Liebling die Tränen abschlecken und redet auf Oscar ein. Nun ist es an den beiden anderen Hunden, ratlos aus der Wäsche zu gucken. Sie sehen der Szene interessiert zu, wedeln vorsichtig mit dem Schwanz und spüren: Hier ist große Freude im Spiel. Eine Familie ist wieder vereint.
Erleichterung auch in der TASSO-Notrufzentrale. Die Suche nach Oscar wird abgeschlossen. Schon klingelt das Telefon erneut: Katze Emma wurde auf einem Dachboden gefunden ...
Die TASSO-Bitte an Sie: Um Fällen wie diesen möglichst vorzubeugen und die Kinderstube der Natur nicht zu stören, achten Sie besonders während der Brut- und Setzzeit bis Mitte Juli in Wald und Flur darauf, dass Ihre Hunde angeleint sind, und halten Sie die vor Ort gültigen Regeln ein.

© TASSO e.V.


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